Wie Sie Mitarbeiter für Ihre Kanzlei über Karrierenetzwerke gewinnen

von | 6. Mrz 2023 | Mitarbeitergewinnung

In Deutschland verzeichnen die beiden großen Karrierenetzwerke LinkedIn und XING mehrere Millionen Nutzer. Folglich scheint die dortige Ausschreibung von Stellenanzeigen für Kanzleien sehr interessant zu sein. Es gibt jedoch einige fundamentale Grundlagen, die es bei der Mitarbeitergewinnung mittels Karrierenetzwerken für Steuerberater und Rechtsanwälte zu beachten gibt.

Die drei Wege der Mitarbeitersuche über Karrierenetzwerke

LinkedIn und XING bieten grundsätzlich drei Wege, auf denen Sie nach Mitarbeitern für Ihre Kanzlei suchen können:

  1. Das Veröffentlichen von Stellenanzeigen
  2. Das Verfassen interessanter Beiträge auf Ihrem Profil
  3. Das Schalten von Recruiting Ads

Im Folgenden gehen wir kurz auf diese drei Wege ein und stellen den aus unserer Sicht einzig relevanten heraus.

Das Veröffentlichen von Stellenanzeigen

Die Problematik beim Veröffentlichen von Stellenanzeigen auf LinkedIn oder XING ist die gleiche, wie bei den gängigen Stellenportalen Indeed, Steptstone, Monster und Co. Sie sprechen ausschließlich aktiv suchende Kandidaten an und konkurrieren um diese mit einer ganzen Reihe anderer Kanzleien. Unserer Erfahrung nach lohnen sich Stellenanzeigen nur selten und dann vor allem für große Kanzleien mit 30+ Mitarbeitern.

Das Verfassen interessanter Beiträge auf Ihrem Profil

Der große Vorteil im Verfassen eigener interessanter Beiträge liegt darin, dass Sie diese Werbeform kein Geld kostet. Der Nachteil hingegen ist, dass es lange dauert, eine nennenswerte Reichweite aufzubauen.

Sie haben über hilfreiche Beiträge die Möglichkeit, sich als Experte auf einem bestimmten Gebiet zu positionieren. Eine solche Content-Strategie kann dadurch auch zur Mitarbeitergewinnung dienen, noch größere Erfolge erzielen Sie dadurch aber bei der Gewinnung bestimmter Mandantengruppen. Bis Sie über interessante Beiträge in Karrierenetzwerke Reputation und Reichweite aufgebaut haben können teilweise Jahre vergehen. Eine Lösung zur schnellen Entlastung durch qualifizierte Fachkräfte in Ihrer Kanzlei stellt dieser Ansatz daher nicht dar.

Das Schalten von Recruiting Ads

Recruiting Ads sind nichts anderes als normale Werbeanzeigen, mit dem Ziel, Bewerbungen zu generieren. Solche Werbeanzeigen lassen sich in allen gängigen Sozialen Netzwerken schalten. LinkedIn und XING scheinen dabei für Kanzleien bei der Suche nach Fachkräften, aufgrund des beruflichen Kontextes, besonders interessant zu sein.

Mit Recruiting Ads erreichen Sie relevante Zielgruppen ohne große Streuverluste. Bei der Kampagnenerstellung können Sie bestimmte Kriterien festlegen, nach denen Ihre Werbeanzeigen ausgespielt werden sollen.

Besonders interessant ist bei LinkedIn und XING die Eingrenzung auf ausgeübte Berufe, Berufsausbildungen und bisherige Arbeitgeber. Auch die Region kann natürlich soweit eingegrenzt werden, dass Ihre Anzeigen niemandem eingeblendet werden, der für die zu besetzende Stelle schlichtweg aufgrund der Entfernung nicht infrage kommt.

Ein wichtiger Hinweis: Das Filtern nach Alter und Geschlecht wird von vielen Sozialen Netzwerken aus Gründen der Prävention von Diskriminierung nicht gerne gesehen und kann im schlimmsten Fall zur Sperrung des Werbekontos führen.

Unserer Erfahrung nach stellt das Schalten von Recruiting Ads in Kombination mit einer optimierten Bewerbungsseite die einzig relevante Methode zur Mitarbeitergewinnung über Karrierenetzwerke für kurzfristige Einstellungen dar.

Welche Stellen können Kanzleien über Karrierenetzwerke besetzen?

Karrierenetzwerke eignen sich nicht zum Besetzen aller Arten von Kanzlei-Stellen. In unserem Beitrag über die Eignung einzelner Sozialer Netzwerke zur Gewinnung von Mitarbeitern haben wir diese Besonderheit bereits angerissen.

LinkedIn und XING werden sowohl von Selbstständigen, als auch von Angestellten verwendet, die regelmäßige Beziehungen zu Mitarbeitern des eigenen oder fremden Unternehmens pflegen. Für die klassischen Kanzlei-Fachkräfte sind Karrierenetzwerke daher nicht interessant. Die Kommunikation beschränkt sich meist auf gelegentliche Anliegen zur Buchhaltung oder anderen rechtlichen Themen via E-Mail oder Telefon. Darüber hinausgehenden Kontakt zu manchen Mandanten pflegen häufig nur Steuerberater oder Rechtsanwälte selbst.

Wir haben in unserer täglichen Arbeit festgestellt, dass sich Kanzlei-Fachkräfte nur schwer über Karrierenetzwerke gewinnen lassen. Die gängigen Sozialen Netzwerke Facebook und Instagram eignen sich für die Besetzung dieser Stellen besser.

Wenn Sie jedoch auf der Suche nach einem Partner für Ihre Kanzlei sind, eignen sich LinkedIn und XING hervorragend. Sie können dabei gezielt nach Personen mit bestimmten Fachkenntnissen oder sonstigen Softskills (Fremdsprachen, Softwarekenntnisse, etc.) suchen.

Recruiting Ads in Karrierenetzwerken sind teuer

Die gängigen Sozialen Netzwerke bieten die Möglichkeit, Werbeanzeigen zu moderaten Preisen zu schalten. Die Abrechnung erfolgt dabei entweder pro Klick auf eine Werbeanzeige oder pauschal für die bespielte Reichweite.

Das von uns bevorzugte Karrierenetzwerk LinkedIn gehört zu Microsoft. Werbeanzeigen werden damit zentral über den Dienst Microsoft Advertising gesteuert. Die Abrechnung erfolgt dabei pro Klick auf eine Werbeanzeige. Die Kosten für einen Klick auf eine Werbeanzeige werden im Gebotsverfahren ermittelt. Werbetreibende legen Ihr Maximalgebot fest und der Höchstbietende erhält in der Regel den Werbeplatz.

Karrierenetzwerken verfügen über viele gebildete und kaufkräftige Nutzer, die begehrte Zielgruppen für hochpreisige und erklärungsbedürftige Produkte darstellen. Dazu gehören bspw. Versicherungen und Finanzprodukte. Sie konkurrieren bei der Schaltung von Recruiting Ads daher mit Anbietern margenstarker Produkte und Dienstleistungen, wodurch der Preis pro Klick drastisch steigt.

Unserer Erfahrung nach übersteigen die Kosten der Werbeanzeigen in Karrierenetzwerken die in den gängigen Sozialen Netzwerken um ein vielfaches. Nicht selten können die Kosten für einen reinen Klick auf Ihre Werbeanzeige im Bereich von 5 – 10 Euro liegen.

Der hohe Preis für das Schalten von Werbeanzeigen in Karrierenetzwerken ist ein weiterer Grund dafür, dort lediglich spezialisierte Stellen auszuschreiben.

Unser Fazit zur Mitarbeitergewinnung über Karrierenetzwerke

Karrierenetzwerke können sich sehr gut für die Suche nach Steuerberatern oder Rechtsanwälten für Ihre Kanzlei eignen. Vor allem bei der Suche nach spezifischen Profilen sind LinkedIn und XING aufgrund ihres beruflichen Kontextes und den damit einhergehenden Daten nicht zu schlagen.

Suchen Sie hingegen nach Fachkräften für Ihre Kanzlei (Steuerfachangestellte, Steuerfachwirte, Bilanzbuchhalter, Rechtsanwaltsfachangestellte, etc.), fahren Sie mit den gängigen Sozialen Netzwerken häufig besser. Zudem sind die Kosten für das Schalten von Recruiting Ads bei Instagram und Facebook bei richtiger Konfiguration der Kampagne niedriger als in Karrierenetzwerken.

Wenn Sie mehr qualifizierte Bewerbungen auf Ihre offenen Stellen erhalten möchten, können Sie hier ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch buchen. Gemeinsam ermitteln wir das Potential Ihrer Kanzlei für Social Recruiting.